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An unserer Schule gibt es die Möglichkeit Kinder, die eine Rechenschwäche (Teilleistungsstörung) haben oder rechenschwach sind, zu fördern.
Rechenschwächeförderung bedeutet den zu fördernden Schüler in seiner individuellen Lernausgangslage zu erkennen und ihn dort abzuholen wo er ist. Erfolge sind deshalb nicht an den im Moment im Unterricht behandelten Unterrichtsinhalten zu erkennen. Rechenschwache Schüler erkennen das mathematische System nicht und verstehen deshalb im Unterricht überhaupt nicht was sie lernen sollen. Sie lernen nur auswendig ohne zu verstehen.Deshalb hilft Üben nicht.
Erfolge können deshalb nur daran gemessen werden in wie weit ein Kind beim Aufbau von Vorstellungen über das mathematischen System Fortschritte macht, um später die im Unterricht behandelten Inhalte zu verstehen und Zusammenhänge zu erkennen.
Um dem Schüler helfen zu können, kommt es darauf an zu erkennen, welche Vorerfahrungen mit mathematischen Sachverhalten jedes einzelne Kind gemacht hat, um daran anschließend die jeweilige Förderung ansetzen zu können. Auch eine eventuell vorhandene Teilleistungsschwäche ist zu erkennen bzw. auszuschließen. In den meisten Fällen ergibt sich, dass ein Kind rechenschwach ist. Diese wichtige Testung bedingt eine Einzelbeobachtung. Ohne Testung kann nicht individuell und gezielt gefördert werden.
Mit viel Eigeninitiative habe ich mir in der Schule einen Raum eingerichtet, der über diverses Anschauungs-, Übungs- und vor allem Fördermaterial verfügt. Es ist mir hier möglich, differenziert auf jedes Kind eingehen zu können. In den verschiedenen Zahlenräumen kann ich anschaulich den Zahlenaufbau erarbeiten, Übungs-und Fördermaterial verwenden. Wenn ich merke, dass ein Kind einen bestimmten Zahlenbereich nicht verstanden hat, kann ich schnell anderes Material zu verwenden. Ein sehr wichtiger Aspekt ist die Befreiung rechenschwacher Kinder von der mit der Zeit entwickelten Angst vor dem Fach Mathematik. Mit dem kindlich, verführerischen Material im Rechenschwächeraum ist es gut möglich, ihnen diese Ängste zu nehmen.
Hat ein Schüler eine festgestellte Teilleistungsschwäche für Mathematik versuche ich dem Schüler das mathematische System verständlich zu vermitteln.
Dabei orientiere ich mich nicht an Unterrichtsinhalten, sondern versuche mathematische Vorstellungen zu 3 Inhaltsbereichen zu erarbeiten.
1. Zahlvorstellungen
2. Größenvorstellungen
3. geometrische Vorstellungen
Auch auf die Förderung von Wahrnehmungsleistungen, Konzentration, Gedächtnis , Fein- und Grobmotorik lege ich Wert.
Vorstellungen entwickeln sich über Handlungen. Zu allen 3 Inhaltsbereichen lasse ich zuerst Handlungserfahrungen an konkreten Materialien sammeln. Dann werden die Handlungsschritte bildhaft dargestellt. Danach erfolgt eine allmähliche Verkürzung der Handlung durch teilweise Auslassung von Handlungsschritten. Im nächsten Schritt werden die Handlungsschritte innerlich ausgeführt. Das Material repräsentiert nur noch den Anfangs- oder Endzustand. Einzelne Schritte werden beschrieben. Bei dem letzten Schritt der abstrakten Ebene, die gesamte Handlung innerlich ohne Zurverfügungstellung von Material auszuführen, müssen die Schüler dann das erlernte Wissen anwenden.
Um vom Zählen einzelner Elemente wegzukommen, habe ich mit den Schülern das simultane Erfassen von Mengen trainiert. Dazu ist eine Strukturierung der Mengen durch Farben wichtig. Die Schüler sollen in die Lage versetzt werden, Mengen, wenn sie strukturiert sind, simultan zu erfassen. Um Rechenoperationen zu verstehen, benötigt der Lehrer diverses Anschauungsmaterial, das in der vorhin beschriebenen Weise: handeln, bildhaftes darstellen und abstraktes denken eingesetzt wird. Der von mir mit viel Eigeninitiative eingerichtete Raum erweist sich hier als sehr wichtig, da Zahlenstrahle , diverse Anschauungsmaterialien , Spiele usw. gleich sichtbar od. greifbar sind. Die Kinder werden zur Mathematik „verführt", die Angst wird ihnen genommen. Bei Notwendigkeit kann schnell auf Materialien in einem anderen Zahlenbereich zurückgegriffen werden.
Zur Erarbeitung von Größen, von denen die Kinder meist nur sehr unvollständige oder diffuse Vorstellungen haben, setze ich z. B. verschiedene Gefäße ein, die die Kinder mit Sand bzw. mit Wasser füllen und so Vergleiche zwischen verschieden großen Gefäßen und ihren jeweiligen Mengen anstellen können. Auch das Wiegen, Vergleichen und Zuordnen von verschiedenen Gewichten ist eine wichtige Erfahrung für die Kinder . Der Vergleich von „größer, kleiner, dicker, dünner” und Orientierungen : „oben, unten rechts, links zwischen" sind wichtige Bestandteile.
Das Erkennen von geometrischen Formen und ihren Merkmalen erfolgt in der Umwelt, im Spiel und abstrakt. Auch das Erkennen von Sinnestäuschungen spielt hier eine Rolle.
Abschließend kann ich sagen, dass die Schüler eine insgesamt bessere Vorstellung über den Aufbau des Zahlensystems erlangt haben. Es ist ihnen deshalb auch möglich, Aufgaben besser zu verstehen und zu erlernen.